Dienstag, 9. Dezember 2014

Der Friedenswinter fröstelt München - Wir sorgen für Schneechaos !




Am Freitag, 12.12., plant das Bündnis "Friedenswinter" am Max-Josef-Platz eine große Kundgebung. Da wir von antisemitisch gefärbten Verschwörungstheorien nicht allzuviel halten, mobilisieren wir zusammen mit einigen anderen Antifaschist*innen um 17.00 Uhr zum Protest dorthin.

Was denn eigentlich das Problem mit dem Friedenswinter ist, könnt ihr hier nachlesen:

Was ist der sogenannte "Friedenswinter" ?

In Deutschland finden seit Sommer 2014 in vielen Städten sogenannte "Montagsmahnwachen für den Frieden" statt. Nachdem nun seit ein paar Monaten die Luft in der Bewegung raus war, haben sich viele der Verschwörungstheoretiker*innen nun im Bündnis "Friedenswinter" organisiert, in welchem wieder ein Gemenge aus Verschwörungstheorien, antisemitischen Stereotypen und Offenheit gegenüber rechtem Gedankengutn dominiert. Das diese wirren Ideologien spektrumsübergreifend ansprechend wirken können, kann man gut an der Zusammensetzung des Bündnisses gut sehen: Von der orthodoxen Linken Sarah Wagenknecht mitsamt einigen alten Friedensbewegten bis zum dezidierten Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen ist dabei alles vertreten.

Was will der “Friedenswinter“ ?

Die problematischen Positionen des Bündnisses werden schon bei ihrem Hauptthema, dem Frieden deutlich: Als alleiniger Grund für aktuelle Kriege wird das Geldsystem ausgemacht, insbesondere die amerikanische Federal Reserve Bank. Besonders häufig fällt in diesem Zusammenhang der Name der jüdischen Bankiersfamilie Rothschild, womit klar antisemitische Klischees in Stürmer-Manier bedient werden. Diese verkürzte Kapitalismuskritik zieht sich durch alle dieser Kundgebungen, zusammen mit der Message, dass es gilt, als vereintes Volk ohne politische Streitigkeiten zwischen Links und Rechts, dagegen vorzugehen. Dadurch wird ein Bild von einer kleinen, bösen und mächtigen Elite erzeugt, die bei allen weltpolitischen Vorgängen ihre Finger mit im Spiel hat und per se böse und raffgierig ist. Auf diese Weise mag es vielleicht leichter sein, mit einem unglaublich komplexen, globalisierten Kapitalismus umzugehen, richtig ist diese verkürzte und gepaart mit den antisemitischen Klischees auch sehr gefährliche Sichtweise aber auf keinen Fall. Gerade mit diesem Hintergrund ist es wichtig anzumerken, dass es von den Organisatoren der vermeintlich Friedensbewegten nur halbseidene Distanzierungen von rechtem Gedankengut gibt und Nazis bei einigen ihrer Veranstaltungen durchaus Willkommen waren.
Auch wenn sich einige Linke wie z.B. Sarah Wagenknecht dem Bündnis angeschlossen haben und so ihr Unvermögen zeigen, nicht zwischen emanzipatorischer, antikapitalistischer Politik und von antisemitischen Klischees überfrachteten Verschwörungstheorien unterscheiden zu können, so gibt es doch einige Veteran*innen der Friedensbewegung, die sich von solchen menschenverachtenden Thesen distanzieren: So zog Tobias Pflüger, stellvertretender Vorsitzender der Linkspartei und einer der ursprünglichen Unterzeichner des Aufrufs zum Friedenswinter, seine Unterschrift mit der Begründung zurück: „Eine Zusammenarbeit mit den zentralen OrganisatorInnen der Montagsmahnwachen wie Lars Mährholz und Ken Jebsen geht nicht. Das geht meiner Meinung nach inhaltlich nicht und hat auch keine Perspektive. Deshalb habe ich meine Unterschrift unter dem Berliner Aufruf zurückgezogen, bevor er veröffentlicht wurde.“
Auch Jutta Ditfurth, Mitbegünderin der Grünen und Mitglied der Stadtverordnetenversammlung in Frankfurt, war von Anfang an eine der schärfsten Kritikerin der "Friedenswinters": „Die "Friedenswinter"-Demos werden von denjenigen Teilen der alten Friedensbewegung organisiert, die sich inzwischen mit der Montagsquerfront und ihren antisemitischen Ideologen verbündet haben. (…) In einem Land wie Deutschland, in dem sich die Abkü(rzungs)-Nazis (mit Hilfe von HogeSa über Kagida und Dügida bis Pegida und was noch so alles kommen wird) explosionsartig ausbreiten, öffnen solche Querfronten weitere Flanken, Hintertürchen, ja Scheunentore ins rechtsextreme, völkische und faschistische Lager.“

Für uns gilt daher: Gemeinsam für eine solidarische Welt kämpfen anstatt krude Verschwörungstheorien verbreiten ! Für eine konsequente Kritik des Kapitalismus anstatt einseitiger Schuldzuschreibung an eine vermeintliche Banker-Elite ! Gegen jeden Antisemitismus - Kein Friede mit der "Friedenswinter"-Querfront !

Protestiert daher mit uns am Freitag, 12.12., um 17.00 Uhr am Max-Joseph-Platz gegen die große Friedenswinter-Kundgebung !

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