Dienstag, 13. Mai 2014

Solidarität mit den streikenden Refugees in Ankara

Seit 27 Tagen waren afghanische Geflüchtete im Hungestreik in der Türkei. Sie prostestierten gegen das Vorgehen der UN Flüchtlingsagentur(UNHCR), keine Asylgesuche von Afghan*innen zu bearbeiten. Vor zwei Tagen erhielten sie die furchtbare Nachricht, dass mindestens 25 afghanische Geflüchtete beim Versuch von der Türkei nach Griechenland zu gelangen gestorben sind.

Die Türkei ist immer noch ein Transitland für Asylsuchende. Sie müssen sich in einem weiteren europaeischen Land bewerben um Flüchtlingsstatus zu erhalten. Solange sie diesen nicht haben können sie nicht arbeiten und bekommen keine aerztliche Versorgung, sind obdachlos und müssen meist betteln oder sind zu Sexarbeit gezwungen. In der Konsequenz begehen viele Selbstmord oder sterben bei dem Versuch in ein anderes Land zu gelangen. Diese Umstaende werden vom türkischen Staat und der UNHCR totgeschwiegen, waehrend die Geflüchteten keine Möglichkeit haben anerkannt zu werden, vor allem nicht nach ihrem Tod. Seit 2012 bearbeitet die UNHCR systematisch keine Antraege von afghanischen Asylsuchenden in der Türkei.

Da die UNHCR seit vielen Jahren kaum Antraege von afghanischen Geflüchteten bearbeitet organisierten im Maerz etwa 300 Geflüchtete Proteste vor dem Büro der UNHCR in Ankara und einige von ihnen gingen in Hungerstreik. Manche warten seit 19 Jahren und Afghan*innen werden diesbezüglich offensichtlich diskriminiert. Die Polizei hat die Proteste daraufhin angegriffen und aufgelöst. Vor einem Monat versammelten sie sich erneut vor dem Büro der UNHCR. Dieses Mal waren zwölf der 110 Geflüchteten 27 Tage lang im Hungerstreik, einige von ihnen naehten ihre Münder zu. Am 26. April griff die Polizei sie erneut an. Allerdings brachen die Geflüchteten ihren Hungerstreik erst ab, als sie erfuhren dass 25 der Protestierenden auf ihrem Weg von der Türkei nach Griechenland vor wenigen Tagen gestorben waren.

Wir treffen uns deswegen diesen Mıttwoch, den 14. Mai 2014 um 13.50 Uhr am Marienplatz in München um uns solidarisch mit den Geflüchteten zu zeigen, die immer noch vor dem Büro der UNHCR in Ankara warten.

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