Dienstag, 19. Juli 2011

Max Plenert will den Drogensozialismus

Unsere gemeinsame Podiumsdiskussion zum Thema Drogenkonsum mit der Grünen Jugend hat eine wirklich unerwartete Wirkung erzielt.  Dass eine Podiumsdiskussion den Informationsaustausch und der Bereicherung der eigenen Haltung dienen soll, ist ja bekannt. Dass jedoch ein Podiumsteilnehmer einfach die Meinung eines anderen übernimmt, kommt hingegen seltener vor.

Nehmen wir mal den Vertreter der Münchner Polizei weg, stellte sich der substantielle Unterschied zwischen den anderen beiden Podiumsteilnehmern, den Prohibitionsexperten Andreas Schweiger und Max Plenert, seines Zeichens Grüner und Aktivist der größten deutschen Kiffer-Lobby, des Deutschen Hanf Verbandes überschaubar dar: Es ging beiden um eine Entkriminalisierung des Drogenkonsums in der Bundesrepublik Deutschland.

Max Plenerts Ausgangspunkt war dabei vor allem die individuelle Selbstbestimmung und das "Recht auf Rausch". Andreas Schweiger hingegen machte besonders auch auf die Risiken und Gefahren des Drogenkonsums aufmerksam und sprach sich deshalb für eine kontrollierte und präventive Drogenpolitik und die Erlaubnis des Konsums innerhalb nichtkommerzieller Konsum- und Produktionsgenossenschaften aus. Der immer wieder von Max Plenert geforderten Überführung aller illegalisierten Rauschmittel aus der Schattenwirtschaft in den freien Markt, dessen unsichtbare Hand schon für das optimale Konsumverhalten der Menschen Sorge tragen würde, erteilte Schweiger mit dem Hinweis, dass für kapitalistische Unternehmen immer der Profit im Vordergrund stehe und diese sicherlich nicht an der Konsumgesundheit der Konsumenten interessiert seien, eine kategorische Absage. Da half auch Plenerts Argument, ein Tabakkonzern würde weniger Menschen töten als die Drogenmafia, nicht weiter.

Als Antikapitalist_innen freut es uns deshalb besonders, dass Max Plenert sich Andreas Schweigers Argumente offensichtlich zu Herzen genommen hat. Zumindest postete er gestern - unter der Überschrift "Der dritte Weg in der Drogenökonomie" - auf seinem Blog einen Artikel, in dem er sich die Positionen von Andreas Schweiger zu Eigen gemacht hat. Ob sich deswegen der Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Klaus Ernst wieder mal über das "Abkupfern" linker Ideen durch die Grünen beschwert, sei dahin gestellt. Einen Erfolg durch die gemeinsame Veranstaltung mit der Grünen Jugend können wir auf jedem Fall für uns verbuchen. (mz)

1 Kommentar:

  1. ich denke auch, dass nicht-profitorientierte Konsumgenossenschaften das beste Mittel ist, das Drogenproblem in den Griff zu bekommen.

    Gleiches sollte auch für Alkohol und Tabak gelten, so hat niemand mehr eine Gewinnabsicht mit einem Produkt, das einer Gesellschaft schadet.

    Und ich habe mir einen Vapourizer gekauft. War nicht billig, aber jetzt wird gedampft statt geraucht.
    Kein Krebsrisiko, keine kaputte Lunge!

    Es lebe die Konsumgesundheit! Hat mich voll überzeugt!

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