Freitag, 10. Juni 2011

Wichs tragen war schon immer scheiße!


Ein guter Deutscher mag keinen Franzmann leiden, doch seine Weine trink' ich gern“

so spottete bereits Goethe über die ewig besoffenen studentischen Männerbünde, die ihre chauvinistischen Ressentiments in die Welt hinaus krakeelten. Seitdem hat sich im Bereich der Burschenschaften, Verbindungen, Korps, - schlagend, fahnetragend oder nicht, deutschtümelnd oder streng katholisch – nicht viel getan. Auch wenn sie sich heute bisweilen sehr modern geben und mit billigen, attraktiven Wohnungen und Partys für sich werben, sind die Inhalte und Strukturen die gleichen geblieben: Frauen, Ausländer_innen, Nichtstudent_innen oder Atheist_innen sind in diesen streng hierarchischen Männerbünden von vornherein nicht zugelassen, die weißen deutschen Akademiker müssen sich ihren Vorgesetzten unterordnen und an archaischen Trinkritualen teilnehmen. Solchen Ausschlusskriterien folgt auch ein dementsprechendes Weltbild: Burschenschaften gebärden sich in der Öffentlichkeit als elitaristische, sexistische, miltaristische und nationalistische Karrierenetzwerke.

Ein weiteres Problem dabei ist, dass Burschenschaften im Gegensatz zu anderen offen rechtsextremistischen Organisationen kein vermeintliches Randphänomen, sondern fest in der Mitte der Gesellschaft verankert sind. Der Anschluss an eine Burschenschaft ist nach wie vor karriereförderlich. Viele Männer verdanken ihre Posten in Politik, Wirtschaft oder an der Uni ihrer Verbindung und setzen dort ihr reaktionäres Gedankengut durch.

Anlässlich zweier größerer Burschenschaftstreffen in Bayern – dem Kommers in Coburg und dem Konvent in München, an dem besonders rechte Burschis wie die berüchtigte Danubia teilnehmen – aber natürlich auch allgemein, wollen wir den Burschis entschlossen die Stirn bieten! Die Uni muss unser Platz sein, offen für alle – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder sozialer Schicht!

22.Juni 20.00 Uhr

Vortrag: „Burschenschaften in München“

Leopoldstraße 15
U3/U6 Giselastraße

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